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Größe gewinnen durch Rücktritt
Warum fahren Politiker nicht gerne mit der Bahn? Weil da auf jedem Bahnhof immer einer “Bitte zurücktreten!” plärrt. … Ein Kalauer, freilich, aber mit wahrem Kern. Es gibt kaum ein Wort, das die politische Klasse mehr in Panik zu versetzen mag, als “Rücktritt”!
Doch wenn er gefordert wird, dann sollte jeder Betroffene genau überlegen, ob der Schritt für ihn unvermeidlich ist und ob sich ein “Augen-Zu-Und-Durch!” mit Pattex am Hosenboden nicht zur persönlichen Tragödie entwickeln wird. In dieser Situation genau scheint mir Christian Wulff im Amt des Bundespräsidenten nun zu stecken.
Was er mit Blick auf die fragwürdige Finanzierung seines Eigenheims getan hat, ist längst nebensächlich. Es ist sein verheerendes Krisenmanagement, welches von ihm das Bild eines unbesonnen, kopflos Handelnden zeichnet. Egal was er jetzt auch noch unternimmt, um den Schlamassel aus der Welt zu schaffen, es wird ihm im Zeitalter des Internets nicht gelingen, auf kollektives Vergessen zu setzen. Seine “Prophezeiung”, dass in einem Jahr keiner mehr darüber sprechen wird, kann sich gar nicht erfüllen.
Im Netz wimmelt es jetzt schon von Häme und Spott. So ist es derzeit ein beliebter Spaß, bekannte Filmtitel auf die Wulff-Affäre umzudichten: “Einer flog über das Eigenheim”, “Der mit dem Wulff tanzt”, “Liebling, ich habe die Würde des Amtes geschrumpft”, “Die verlorene Ehre des Christian Wulff”. In einem Onlineforum nannte ein Leser Schloss Bellevue jetzt – wirklich geschmacklos – gar “Wulffschanze”. Und das ist erst der Anfang! In Kürze beginnt die “fünfte Jahreszeit”, der Karneval. In kaum einem Karnevalsumzug am Rosenmontag wird der Bundespräsident als Witzfigur fehlen. Will er sich das wirklich antun? Noch mehr: Will er das unserem Land antun?
In seiner Situation kann er eigentlich nur noch aus der Kleinkariertheit herausfinden, wenn er keine Zeit verliert und wenigstens noch zu einem grandiosen Abgang fähig und willens ist. Angesichts des jämmerlichen Bildes, das Wulff derzeit abgibt, wächst sein Vorgänger, Horst Köhler, nachträglich noch zum Giganten heran. Er hat seinen Fehler, dass er dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auch andere Ziele zusprach, nämlich geo- und wirtschaftspolitische Aspekte und die bevorstehenden politischen Irritationen erkannt und trat zurück. Damals habe ich das zwar als “Davonlaufen” gewertet, im Vergleich zu Wulff werte ich das heute aber als vorbildliche Handlung auf Basis größten Respekts vor dem Amt, das er nicht beschädigen wollte.
Unvergessen auch der Rücktritt der EKG-Vorsitzenden, Margot Käßmann. Was hat diese Frau mir Respekt abgerungen! Dabei war sie nur einmal angetrunken mit dem Auto gefahren! Und nun ein weiterer Rücktritt, der des Schweizer Notenbankchefs, Phillip Hildebrand, vor zwei Tagen, wegen des Vorwurfs, seine Frau hätte mit seinem Wissen im August letzten Jahres verbotene Insidergeschäfte getätigt. Weite Teile Hildebrands Rücktrittserklärung könnte Wulff nahezu 1:1 für seine eigene verwenden und würde damit die letzte Chance nutzen, durch einen starken Abgang doch noch einmal an Größe zu gewinnen, der sicher den meisten Bürger Respekt abnötigen und sie wieder versöhnlich mit seiner Person stimmen könnte. Eine Haltung: “Ist der Ruf erst einmal verdorben, lebt sich’s völlig ohne Sorgen” kann sich ein Staatsoberhaupt nicht leisten.
Phillip Hildebrand trat mit folgenden beeindruckenden Worten zurück:
…“In Anbetracht der andauernden öffentlichen Debatte rund um diese Finanztransaktionen, nach gründlicher Prüfung der gesamten Dokumentation und eingehendem Nachdenken seit der Medienkonferenz bin ich zum Schluss gekommen, dass es nicht möglich ist, einen abschließenden Beweis zu liefern, dass meine Frau ohne mein Wissen die Devisentransaktion am 15. August veranlasst hat. Für diese Aussage stehe ich mit meinem Ehrenwort ein.
Leider wurden rund um diese Transaktionen Fehler gemacht. Ich habe diese am Donnerstag genannt und entschuldige mich dafür. Ich bedaure dies sowie die gesamte Angelegenheit zutiefst. Wenigstens ermöglichen diese Fehler zu erkennen, wo es in den internen Regulierungen und in den Transparenz- sowie Verhaltensanforderungen der Nationalbank Schwächen gibt, die es nun resolut zu beseitigen gilt. Dies wird es erleichtern, die Glaubwürdigkeit der Nationalbank als ihr höchstes Gut aufrecht zu erhalten. Ich bin voller Hoffnung, dass die Nationalbank letztlich gestärkt aus dieser zugegebenermaßen außerordentlich schwierigen Situation herauskommen wird.
Es besteht nun die Gefahr, dass ich als Folge dieser bedauerlichen Angelegenheit möglicherweise für eine gewisse Zeit nicht mehr in der Lage sein könnte, schwierige Entscheide zu treffen und sie kraftvoll und erfolgreich umzusetzen, so wie das in der Vergangenheit der Fall war. Im Bewusstsein der aktuellen Schwierigkeiten, denen wir als Land gegenüber stehen, und angesichts meiner Verantwortung für das Amt und für die Institution Schweizerische Nationalbank habe ich mich entschlossen, mein Amt per sofort zur Verfügung zu stellen.
Dieser Schritt erfüllt mich mit Traurigkeit. Ich empfand das Amt des Präsidenten des Direktoriums immer als außerordentliches Privileg und kann mir schlichtweg keine herausforderndere Tätigkeit vorstellen. Ich gehe ohne Ranküne und vor allem erfahrener als ich es noch vor wenigen Wochen war.”
Welch ein Mann! Welch eine Größe! Welch eine Haltung! Welche Ethik spricht aus ihr. Welch ein vorbildlicher Stil – und der von einem Bänker!
KOW
Dienstag, 3. Januar 2012, 20:37 Uhr -
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Wer nicht hören will …
Und ich sagte noch zu meiner Tochter: “Räum Dein Netbook auf!” Aber nee… ![]()
Von George W. Bush empfohlene Erziehungsmethode.
KOW
Sonntag, 1. Januar 2012, 18:48 Uhr -
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Fundsache: Georg Schramm redet Klartext
Auf der Bühne ist Georg Schramm ohnehin immer der Knaller. Das ist deshalb so, weil er authentisch ist: Was er auf der Bühne von sich gibt entspricht zu 100% seiner Geisteshaltung und das ist eine durch und durch ethisch-empathische und sehr vorbildliche.
Im folgenden, in der Schweiz, von der “We-Are-Change-Bewegung” geführten Interview legt er viel von seiner vorbildlichen Lebenshaltung offen. Unbedingt sehenswert!
… und auf der Bühne in Action:
KOW
Sonntag, 1. Januar 2012, 14:05 Uhr -
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Willkommen im “Weltuntergangsjahr” 2012
Allen Lesern wünsche ich ein perfektes neues Jahr 2012, bei viel Gesundheit und Wohlbefinden. Mögen all Ihre Wünsche und Sehnsüchte sich erfüllen und mögen Sie auch eine neue, spannende Umrundung unseres Zentralgestirns mit hellem, wachen Geist genießen können.
Wenn es allerdings nach den wahnhaften Apokalyptikern dieser Welt ginge, dann sollte sich unser Planet am 21.12.2012 für immer aus dem kosmischen Gleichklang verabschieden; und mit ihm alles Leben, mindestens aber der Mensch (Kakerlaken haben in der Tat höhere Überlebenschancen, sie sind dem Vernehmen nach weitgehend immun gegen Radioaktivität).
Woher diese Spinner glauben das wissen? Na, von den Mayas! Deren Kalender endet angeblich just mit diesem Datum.
Das ist natürlich Blödsinn. Versuchen Sie mal einen Kalender über fünf Jahrtausende in Stein zu meißeln, ich wette, irgendwann geben Sie auf – spätestens dann, wenn Sie und Ihre ganze Kultur untergegangen sein werden. Wäre das nicht witzig, wenn künftige Menschen dann daraus das Ende der Welt schlössen?
Die Apokalypse wird freilich trotzdem kommen, irgendwann, spätestens in rund fünf Milliarden Jahren, wenn unsere Sonne sich so weit erhitzt hat, dass es auf Erden keine lebenstauglichen Winkel mehr geben wird. Vorher werden noch eine Vielzahl von Himmelskörpern auf unsere kleine Welt einprasseln und einiges “verändern”, die Menschen werden noch Tausende irrer Kriege geführt – sich vielleicht selbst ausgerottet haben usw.
Aber wissen Sie was? Das geht mir so was am A…llerwertesten vorbei! Um so eine schäbige “Krone der Schöpfung” wäre es wahrlich nicht sonderlich schade. Und außerdem ist eine Welt, in der eine Kreatur die andere auffressen muss, um zu überleben, irgendwo nur als schöpferischer Murks begreifbar.
Ich weiß jedenfalls jetzt schon, was ich am 21.12.2012 tun werde: Ich werde mich an diesem Freitag von der tags zuvor stattgefundenen, stets wunderschönen Wintersonnwendfeier mit lieben Freunden erholen, mich auf den Wiederaufstieg des Lichts freuen und mich über die Zeugen Jehovas lustig machen, weil sie schon wieder nicht “entrücken” durften. Denn eines steht fest: Auf nichts ist so wenig Verlass, wie auf “das Wort Gottes” – aus welchem “heiligen” Buch trottelige, arbeitsscheue Priesterscharen auch vorgeben, solches lesen zu können. Und kein Gebet wird helfen, die Apokalypse zu beschleunigen. Gebete haben einfach keine Wirkung, außer vielleicht für die Selbstsuggestion, das wurde in tausendfachen Kriegen, in Gulags, Konzentrations- und anderen Todeslagern dieser Welt zu allen Zeiten immer wieder empirisch erprobt, immer mit dem selben Ergebnis: Wirkungslos!
KOW
Dienstag, 27. Dezember 2011, 19:00 Uhr -
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Im Namen der Humanität, des Friedens und der Freiheit
Wer glaubt, mit dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“, dem Niedergang des faschistischen Italiens und der Kapitulation Japans wären auch jede Form des Faschismus und faschistoider Ideen für immer von unserem Planeten verbannt, der irrt gewaltig. Unter Allmachtfantasien leidende Vollidioten gab es zu allen Zeiten und wird es immer geben – und es sind leider auch nie wenige nur gewesen. Nach Lust und Laune über andere Menschen herrschen zu können, war schon immer ein gern und leidenschaftlich verfolgtes Ziel. Sogar die Gedanken anderer Menschen zu lenken und zu beherrschen wird heute mehr denn je mit Leidenschaft verfolgt. Der Traum, eine elitäre Oberschicht herrsche über die Massen einer dahinvegetierenden Unterschicht wird auch heute geträumt wie zu allen Zeiten. Er brachte immer und wird wieder bringen, Ströme von Blut über die Menschheit. Das Bild vom privilegierten Herrenmenschen und Massen von Untermenschen als Sklaven, es ist auch heute gegenwärtig, wie eh und je. Nur darf man sich darunter keine dumpfbackigen, ungebildeten Braunröcke mehr vorstellen. Nein, diese Ideen sind durchaus vor allem in der Oberschicht der Gesellschaften zu finden.
Auch Vorstellungen, die Menschheit zu dezimieren, spielen dabei eine zentrale Rolle. So haben 1978 bislang unbekannte „Stifter“ in Georgia, in den USA, einem gewünschten Genozid gigantischen Ausmaßes sogar ein Denkmal gesetzt. Diese “Georgia Guidestones” sprechen ungeniert davon, man möge die Population der Menschheit stets unter 500 Millionen halten. Und wie anders als mit Vernichtung wäre diese “Mahnung” zu erfüllen, als 6,5 Milliarden Menschen von derzeit sieben Milliarden vom Erdboden zu tilgen?
Zwar wissen Faschisten aller Spielarten, dass sie auf dem politischen Parkett derzeit nicht punkten können. Doch das ist möglicherweise auch gar nicht nötig. Es gibt durchaus andere Spielfelder, auf denen der Weltfaschismus sein Ziel erreichen kann, wenn Demokraten sich nicht wehrhaft dagegenstellen. Ein Beispiel mag dies andeuten: Einem bekannten Bänker des 18. Jahrhunderts wird das Zitat zugeschrieben: “Gib mir die Kontrolle über das Geld und es interessiert mich nicht mehr, wer die Gesetze macht!”
Es gibt ein Buch, frei erfunden von einem offenbar durch und durch faschistisch durchseuchten Hirn im 1800 Jahrhundert. Es wurde später vom russischen Geheimdienst – um Pogrome gegen die Juden im Lande zu initiieren – fortgeschrieben. Es ist voll niederträchtigster, zutiefst faschistischer Ideen, so verantwortungslos und gemein wie kaum ein zweites. Die Juden sollten damit als Ursache allen Übels der Welt für alle Zeiten denunziert werden. Es ist unverkennbar, dass die Nazis, vor allem Hitler, wie seinem Buch “Mein Kampf” auch unschwer zu entnehmen ist, die Juden zum Sündenbock für die eigenen mörderischen Vorhaben, auch basierend auf dieser Hetzschrift – präsentierten. So lenkten sie den Hass für alles Ungemach auf Erden auf eine verschwindend kleine Glaubensgemeinschaft – mit leider durchschlagendem Erfolg in weiten Bereichen der Bevölkerung – der bis heute, vor allem in der arabischen Welt, abscheulicher Weise anhält. Schon immer neigten Menschen dazu, für persönliches Unglück nur zu gerne Sündenböcke als Erklärung zu akzeptieren. Die unglaublich effektive Vernichtungsmaschinerie der Nazis hat wohl nur auf einem solchermaßen aufbereiteten Humus sich entfalten können.
Nirgends wird das Buch heute häufiger aufgelegt und gelesen als in der arabischen Welt und verbreitet seinen Hass: Es dürfte neben dem Koran dort das meistgelesene Buch sein., was den beängstigenden Anstieg des Hasses auf die Juden und den Staat Israel in dieser Weltgegend anstachelt. Die Rede ist von einem Machwerk, welches unter dem Titel “Die Protokolle der Weisen von Zion” bekannt wurde, eine hierzulande als Hetzschrift verbotene “Lektüre”.
Das Verbot ist einerseits verständlich und auch richtig, andererseits aber auch fatal: Denn so kann sich kaum jemand von der Abartigkeit und dem Exzess faschistischer Ideen, die in Menschenhirnen Heimat finden können, ein Bild machen, keine Abwehrstrategien entwickeln und die Faschisten können ohne Gegenmaßnahmen genau nach den dort niedergeschriebenen Ideen ihr Werk fortsetzen. Das Infame daran ist, dass, wer immer auch nur den Versuch wagt, sich mit den “Protokollen” zu befassen, sich sehr schnell dem Verdacht aussetzt, selbst antisemitischen Ideen nachzuhängen. Besser kann es für Faschisten, die diese Ideen umsetzen möchten, gar nicht laufen: Ihr Drehbuch wurde zum Tabuthema.
(Wer Näheres zu dem Machwerk erfahren möchte, dem sei eine Buch von Norman Cohn, “Die Protokolle der Weisen von Zion – der Mythos der jüdischen Weltverschwörung” aus dem Elster-Verlag empfohlen.)
Wenn aber gegen diese drehbuchartig dargestellten faschistischen Ideen (sie sind in gewisser Weise den Bedienungsanleitungen zur Machtentfaltung des Niccolò Machiavelli, etwa der “Discorsi” oder “Il Principe”, sehr ähnlich; und die fehlen bekanntlich in kaum einer Bibliothek machthungriger Politiker) recht und gerecht denkende Demokraten keine Strategien zur Abwehr entwickeln können, weil bereits das Erwähnen der Hetzschrift Ablehnung erfährt, ist die Welt dem weiteren Vorgehen des Weltfinanz- und Wirtschaftsfaschismus hilflos ausgeliefert.
Wenn ich im Folgenden einige der faschistischen Ideen aus den Protokollen tatsächlichen Entwicklungen gegenüberstelle, dann sei sich jeder Leser bitte dessen bewusst, dass das alles nichts aber auch rein gar nichts mit Menschen jüdischen Glaubens zu tun hat. Sie sind, das wiederhole ich ausdrücklich, nur zu Sündenböcken ekelhafter Autoren gestempelt worden, mit dem Ziel, Pogrome gegen Juden zu entfachen.
Faschismus ist eine niederträchtige Idee, die nichts, aber auch rein gar nichts mit dem religiösen Umfeld zu tun hat, in dem ein Mensch aufgewachsen ist. Faschismus kennt keine religiösen Grenzen, ist interkonfessionell und selbst Atheisten werden zuhauf von dieser Krankheit befallen (man denke an den Stalinismus, der sich derselben Methoden wie der Nationalsozialismus bediente).
Ich betonte bereits: Die Protokolle lesen sich wie eine Handlungsanweisung dafür, auf welche Weise der Wirtschafts- und Finanzfaschismus auf allen Ebenen rund um den Globus sein Ziel, die Massen unter den Willen Weniger zu zwingen – erreichen könnte. Und betrachtet man
- den Zustand unserer Welt,
- den Traum des Ex-US-Präsidenten, Georg W. Bush, von einer “Neuen Weltordnung” unter der Führung einer längst plutokratisch-faschistoid degenerierten USA,
- die weitgehende Außerkraftsetzung unseres eigenen Grundgesetzes (ohne jegliches Mandat des Volkes, weil das dafür nötige Referendum nie zugelassen wurde) zu Gunsten des EU-Reformvertrages (Vertrag zu Lissabon), der einem ungehinderten Wirtschafts- und Finanzfaschismus (heute noch euphemistisch “Raubtierkapitalismus” genannt) Türen und Tore geöffnet hat, und
- die Zerstörung eines einst vorbildlichen Bildungssystems in Europa
könnte einem Angst und bange werden.
Die folgende Synopse, die faschistische Ideen aus den Protokollen den heute erkennbaren Realitäten gegenüberstellt möge seine Wirkung nicht verfehlen:
Faschistische Idee 1 aus den Protokollen:
“Mit Hilfe des Goldes, das ganz in unseren Händen ist, werden wir mit allen verborgenen Mitteln eine allgemeine Wirtschaftskrise erzeugen und ganze Massen von Arbeitern in allen Ländern Europas gleichzeitig auf die Straße werfen.”
“…Aber damit die Freiheit die Gesellschaft vollständig zersetzen kann, muss man die Spekulation zur Unterlage der Industrie machen; so werden die Schätze, die die Industrie aus dem Boden zieht, nicht in den Händen der Industriellen bleiben, sondern durch die Spekulation in unsere Kassen fließen.”
Realität:
Das euphemistisch als “Krise” beschönigte Finanzdesaster wurde durch vorsätzlich deregulierte Finanzmärkte im Investmentbereich ausgelöst. Die Folgen setze ich als bekannt voraus: Währungskrise des EURO, der Zusammenbruch Griechenlands und das Schwanken weiterer “Dolce-Vita-Staaten”.
Die Finanzmärkte haben sich längst verselbständigt. Dem Wirtschaftskreislauf wird immer mehr Kapital entzogen, weil damit Geldgeschäfte – Geld wurde selbst zur Handelsware – betrieben werden. Geldverdienen mit Geld behindert im massiven Maße die oft unterkapitalisierten Unternehmen.
Und zum Gold: Deutschland hat den größten Teil seiner Goldreserven in den USA eingelagert. Kann man sich zu früheren Zeiten vorstellen, dass ein Land seinen Staatsschatz in die Obhut fremder Mächte zur Aufbewahrung ausgehändigt hätte?
Faschistische Idee 2 aus den Protokollen:
“Der heiße Kampf um die Vorherrschaft und die Erschütterungen des Wirtschaftslebens werden eine enttäuschte, kalte und herzlose Gesellschaft hervorbringen. Diese Gesellschaften werden eine absolute Abneigung gegen die höhere Politik und die Religion haben. …
Die Sucht nach dem Golde wird ihr einziger Leitgedanke sein. Mit dem Golde werden sie einen wahren Kult treiben wegen der materiellen Vorteile, die es verschaffen kann. Dann werden die unteren Klassen in unserem Kampfe gegen ihre Intelligenzschicht, unseren Konkurrenten im Kampfe um die Macht, uns folgen, und zwar nicht, um Gutes zu tun, selbst nicht um Reichtümer zu gewinnen, sondern einzig und allein aus Hass gegen die Bevorrechteten.”
Realität:
Selten war das Ansehen von Politik und Politiker – welche auch ich gerne synonym mit “Berufslügner” bezeichne – geringer als derzeit. Es gibt keine wertstiftenden Figuren mehr darunter und das macht nicht einmal mehr vor dem Amt des Bundespräsidenten halt. Zu groß ist die Enttäuschung über die Tatsache von nun fast zwei Jahrzehnten sinkender Realeinkommen des größten Teils der Bevölkerung, Billiglohnkräften, Zeitarbeit, HARTZ IV und Ausplünderung der Bevölkerung durch Banken und ihrer Geldvernichtungsaktionen. Zugleich ist unverkennbar, dass wir immer mehr Superreichtum bei Wenigen zulassen. Raffgier ist die bestimmende Komponente unserer Zeit. Der Traum vom geeinten Europa schwindet im beängstigenden Maße.
Zur Religion: Nie verzeichneten die Konfessionen größere Austrittswellen als in diesen Jahren.
Der irrsinnig angestiegene Goldpreis spricht für sich, was den Kult um dieses Edelmetall angeht. Die Flucht ins Gold geht immer einher mit dem Verlust an Vertrauen in die Währungen. Sehen wir nach Griechenland, es könnte auch unsere Zukunft werden, wenn die Benachteiligten ihrer Wut auf die Raffgierigen dieser Welt freien Lauf lassen.
Faschistische Idee 3 aus den Protokollen:
“Welche Regierungsform kann man einer Gesellschaft geben, in die die Bestechlichkeit überall eingedrungen ist, in der man nur durch geschickte Kniffe und betrügerische Mittel Vermögen erwirbt, in der die Zuchtlosigkeit herrscht, die Moral nur durch Bestrafung und strenge Gesetze, nicht aber durch freiwillig entgegengenommene Grundsätze geschützt wird. … Welche andere Regierungsform kann man solchen Gesellschaften geben als die des Despotismus?”
Realität:
Ein Bundespräsident, der sich von Angehörigen der Oberschicht für seine Urlaube aushalten lässt, sein Haus mit Privatkredit durch eine Unternehmerfamilie baut und diesen ablöst mit einem Bankkredit zu völlig marktunüblichen Vergünstigungen, wie auch das Annehmen solcher von Fluggesellschaften für Privatreisen.
Eine Kanzlerin, die einem der mächtigsten und umstrittensten Bankenchefs, Josef Ackermann, ermöglicht, dass dieser seinen 60. Geburtstag im Kanzleramt in illustrer Runde feiern darf. Kapitalmacht und Regierung unter einem Dach feiernd… welch eine Symbolsetzung!
Der vorhergehende Regierungschef, in dessen Amtszeit der Bau der russischen Gaspipeline durch die Ostsee geplant und beschlossen wurde und der nach seiner Amtszeit genau dort einen exzellenten Managerposten annimmt (Gerhard Schröder).
Abgeordnete, die teilweise weitaus mehr durch Nebentätigkeiten bei Lobbyisten verdienen als durch ihr Amt.
Ferner Regierungen, die sich Gesetzentwürfe von den Rechtsabteilungen ganzer Industriezweige (Beispiel: Energiewirtschaft) statt in ihren Fachministerien ausarbeiten lassen.
Das alles schafft kein Vertrauen sondern begründet Misstrauen im höchsten Maße gegen das für diese Verlockungen offenbar anfällige demokratische System.
Dies alles, im Zusammenwirken mit der gefährlichen Situation der Weltwirtschaft würde nicht zum ersten Male den Ruf nach dem “starken Mann”, dem Despoten, einem der “aufräumt”, in weiten Teilen der Bevölkerung aufkeimen lassen.
Faschistische Idee 4 aus den Protokollen:
“Das ganze Räderwerk der Regierungsmaschine hängt von einem Motor ab, der in unserer Hand ist, und dieser Motor ist das Gold. Die Wissenschaft der Volkswirtschaftslehre zeigt seit langem die Macht des Goldes (Anmerkung: Gold steht immer auch synonym für Kapital) über die Throne. Um freie Hand zu haben, muss das Kapital das Monopol von Handel und Industrie besitzen; das wird auch bereits von einer unsichtbaren Hand in allen Ländern der Erde verwirklicht.
Dieses Vorrecht wird den Industriellen eine politische Macht geben, das Volk aber unterdrücken. Heute ist es wichtiger, das Volk zu entwaffnen, als es in den Krieg zu führen.”
Realität:
Alles Geld entsteht aus Schulden. Immer wenn ein Kredit aufgenommen wird, so wird dieser aus neu gedrucktem Geld ausgegeben – gegen hohe Zinslast, die dazu führt, dass immer mehr zurückbezahlt werden muss, als ausgegeben wurde. Das ist die Aufgabe der Zentralbanken. Im großen Stile haben wir die massive Geldausgabe über die sog. “Rettungsschirme” erlebt. Banken erhalten – ohne Gegenleistung – von den Zentralbanken neues Geld für niedrigen Zins, welches sie dann mit vielfach höherem Zins wieder weiterverleihen. Das geht solange gut, solange die Wirtschaft ein stetes Wachstum aufweisen kann, der Geldmenge also die Menge an Gütern folgt. Wirtschaftskrisen die zu Null- oder Minuswachstum führen, lösen zwangsweise Inflationen aus.
Und damit hat das Finanzregime sämtliche Staaten in der Hand. Motto: “Wenn ihr Politiker nicht wollt wie wir, drehen wir den Kredithahn zu, Eure Wirtschaft wird erlahmen: Wie viele Arbeitslose sollen wir Euch bescheren?” Genau in dieser Erpressungssituation stecken die Regierungen der westlichen Welt. Damit wird auch klar, warum Angela Merkel die sog. Rettungsschirme wieder und wieder als “alternativlos” bezeichnete.
Und die Entwaffnung der Bevölkerung ist in Europa praktisch vollendet. Jedem Waffenmissbrauch, etwa bei Amokläufen, folgt wie das Amen in der Kirche denn auch postwendend die Forderung nach Verschärfungen des Waffenrechts.
Das kritisiere ich im Kern allerdings nicht, denn eine zivilisierte Gesellschaft kann nur eine sein, die ohne Waffengewalt auskommt. Jedoch ist die Kehrseite dann jene, dass, wenn sich die Zivilgesellschaft plötzlich Despotismus, also der Auflösung demokratischer Rechtsstaatlichkeit, ausgesetzt sieht, dann gegenüber diesen Entwicklungen zunächst wehrlos ist. Mut schöpfe ich hier aus der unblutigen Revolution, die zum Zusammenbruch der DDR führte.
Und wahr ist auch: Krieg wird heute nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern über die Finanzmärkte geführt etwa per Erpressung durch Kreditklemmen für die Wirtschaft. Es genügt heute der nach unten gerichtete Daumen einer Ratingagentur, oder auch nur die Drohung damit, um reihenweise Länder ins Straucheln zu bringen, wie wir dies aktuell erleben. Diese mächtigen Ratingagenturen haben ihren Sitz vorzugsweise wo? Na in den USA.
Faschistische Idee 5 aus den Protokollen:
“Um sich der öffentlichen Meinung zu bemächtigen, muss man sie vor allem vollständig verwirren, indem man von allen Seiten her und auf die verschiedenste Art sich widersprechende Anschauungen zum Ausdruck bringt, bis sich niemand mehr in dem Labyrinth zurechtfindet und schließlich zur Einsicht kommt, dass es das beste sei, in politischen Dingen überhaupt keine Meinung zu haben. Dieses Gebiet hat das Volk nichts anzugehen, es ist denjenigen vorbehalten, die die Leitung haben.
Es gibt nichts gefährlicheres als die persönliche Tatkraft; wenn sie Geist hinter sich hat, ist sie mächtiger als Millionen von Menschen, unter die wir Zwietracht gesät haben. Wir müssen daher die Erziehung dahin lenken, dass die Menschen vor jeder Unternehmung, welche Tatkraft erfordert, ihre Hände in hoffnungsloser Ohnmacht sinken lassen.”
Realität:
Egal welches politische Magazin oder welche Zeitung Sie in die Hand nehmen, die Hälfte jeder Mainstreampublikation ist mit Werbung von jenen zugekleistert, von denen die Verlage hauptsächlich leben. Über den Kaufpreis kann heute kein erfolgreiches Nachrichtenprodukt mehr auf dem Markt bestehen. Nicht anders ist dies bei den privaten Rundfunk- und Fernsehsendern. Dies bewirkt zum einen die Vorfilterung von Nachrichten und zum anderen eine schonende, teils offen lobbyistische Kommentierung. Dort, wo dies nicht möglich ist, weil die Manipulation zu auffällig wäre, findet man in der selben Publikation dann oft auch einander widersprechende Kommentierungen, vielleicht auch zeitlich versetzt in folgenden Ausgaben. So mutierte selbst das einst ohne Wenn und Aber eindeutig “links” angesiedelte Magazin “Der Spiegel”, gefürchtet für seinen ehedem investigativen Journalismus, längst zu einem Mainstreammedium der Beliebigkeit.
Einen gewissen Ausgleich bieten hier in Deutschland noch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, doch sind deren Rundfunkräte natürlich ebenfalls mit allen möglichen Lobbyistengruppen besetzt, so dass wirklich schneidende Kritik auch hier eher in homöopathischen Dosen möglich ist.
Und ist es heute nicht schon so, dass immer mehr Menschen sich ins Private zurückziehen und – statt ihrer Empörung Luft zu machen, wirklich lieber hoffnungslos ihre Hände in den Schoß sinken lassen? – In der breiten Masse der Bevölkerung ist das schon so, aber es gibt Grund zur Hoffnung, darauf komme ich später noch zurück.
Faschistische Idee 6 aus den Protokollen:
“Sehr bald werden wir gewaltige Monopole, Sammelbecken riesiger Reichtümer errichten, von denen sogar die großen Vermögen in einer Weise abhängig sein werden, dass sie mitsamt dem Kredite der Staaten am ersten Tage nach einem politischen Zusammenbruch verschwinden. …
Das beste Mittel hierfür ist, die Steuern auf Grund und Boden zu erhöhen, um den Grundbesitz zu verschulden. Diese Maßnahmen werden den Grundbesitz in einen Zustand unbedingter Abhängigkeit erhalten. Die Aristokraten (heute der Finanzadel), die eine ererbte Unfähigkeit besitzen, sich mit Wenigem zu begnügen, werden rasch zu Grunde gerichtet sein.”
Realität:
Noch hoffen viele Vermögende, dass sie über Goldbesitz, Schmuck, Immobilien (Betongold) und dergl. ihr Vermögen über Krisen werden retten können. In den USA ist dieser Traum zusammen mit der Immobilienblase schon geplatzt. Die Finanzmaschinerie hat sich inzwischen die – oft noch nicht einmal bezogen gewesenen Häuser – sehr vieler Amerikaner unter den Nagel gerissen. Die hohe Verschuldung der Staaten – auch Deutschlands – in den letzten Jahren vor allem wegen der Rettungsschirme für Griechenland und den Euro dramatisch angestiegen, wird früher oder später – eher früher – auch die Vermögenden ereilen. Durch massive Wegsteuerung, Entwertung oder Revolutionen. – Warten wir’s ab.
Faschistische Idee 7 aus den Protokollen:
“Zu gleicher Zeit müssen wir Handel und Industrie möglichst fördern und insbesondere die Spekulation, deren Hauptrolle es ist, als Gegengewicht gegenüber der Industrie zu dienen. Ohne Spekulation würde die Industrie die privaten Vermögen vermehren und die Lage des Ackerbaues verbessern, indem sie den Ackerbau von den Schulden befreien würde, die aus den Darlehen der Bodenbanken entstanden sind. Die Industrie muss dem Ackerbau sowohl die Arbeitskräfte als auch das Kapital entziehen und durch die Spekulation das Geld der ganzen Welt uns zuführen. Hierdurch werden alle zu Proletariern herabsinken und sich vor uns beugen, um wenigstens das Recht auf das Leben noch zu behalten.
Um die Industrie zu zerstören, werden wir die Spekulation und die Sucht nach einem alles verschlingenden Luxus entwickeln. Wir werden den Arbeitslohn steigern, ohne dass dies den Arbeitern irgend einen Vorteil bringen könnte, weil wir gleichzeitig eine Preissteigerung bei allen Waren des täglichen Bedarfes erzeugen werden; als Ursache werden wir den Niedergang des Ackerbaues und der Viehzucht vorschützen.
Wir werden unsere Regierung mit einer ganzen Welt von Volkswirten umgeben. Dies ist der Grund, warum die Volkswirtschaftslehre der wichtigste Unterrichtsgegenstand.
Wir werden ferner von einem Schwarm von Bankfachleuten, Industriellen, Kapitalisten umgeben sein, weil schließlich alles durch Ziffern entschieden wird.”
Realität:
Liebe Leser, allmählich wird mir schlecht und die vorgenannte Idee spricht weitgehend für sich selbst. Politiker lassen sich heute fast nur noch von sog. Wirtschaftsweisen, Wirtschaftsinstituten und Bänk(st)ern beraten. Das Volk und seine Interessenverbände, wie Gewerkschaften, der Mittelstand – die wichtigste Schicht der Gesellschaft für einen gesunden Staat – werden praktisch nicht mehr gehört. Angela Merkel musste am eigenen Leib erfahren, wie es ist, sich auf den Rat eines Josef Ackermann oder den der Atomwirtschaft zu verlassen. Wie auch anders? Ein Bankenchef wie Ackermann fühlt sich nach eigenem Bekunden nur den Interessen seiner Bank und deren Kunden verpflichtet. Natürlich will er Bankgewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. So schaufelt man Geld von unten nach oben.
Angela Merkel wird als Katastrophenkanzlerin in die Geschichte eingehen und sie wird ihre Einfältigkeit und ihre Hörigkeit auf die Wirtschaft noch bitter verfluchen, da bin ich mir ziemlich sicher. Spätestens wenn das Desaster des Weltfinanzsystems jenem nuklearen von Fukushima folgen wird.
Faschistische Idee 8 aus den Protokollen:
“Damit die Massen nicht zu ruhiger Überlegung gelangen, werden wir sie durch Zerstreuungen, Spiele, Unterhaltungen, Leidenschaften ablenken.”
Realität:
Brot und Spiele: Ein Jahrhunderte altes Rezept zur Beruhigung der Völker. Über 200 Fernsehprogramm überwiegend untersten Niveaus sexistische Proletentalkshows, “Scripted Realitys” wie das öffentliche Aufräumen von Messiwohnungen, Bauer sucht Frau, gefakte Gerichtssendungen, X-Box, Onlinespiele, jederzeit im Netz für jeden zugängliche Pornografie, auch für Kinder. Muss man mehr dazu sagen?
Faschistische Idee 9 aus den Protokollen:
“In dem Bestreben, jeden Zusammenschluss der Kräfte, außer der unsrigen, zu zerstören, werden wir vor allem die Hochschulen umwandeln und sie auf neuen Grundlagen aufbauen.
An Stelle des Unterrichtes der Klassiker und der alten Geschichte, die mehr schlechte als gute Beispiele bietet, werden wir das Studium der Probleme der Zukunft setzen. Wir werden aus den Gedächtnissen der Menschen alle Ereignisse der Vergangenheit streichen, die uns unangenehm sind, und nur diejenigen bewahren, welche die Fehler der Regierungen aufzeigen. Fragen des praktischen Lebens, der Gesellschaftsordnung, der Beziehung der Menschen untereinander, der Bekämpfung der Selbstsucht, welche den Samen des Bösen sät und ähnliche Fragen der Erziehung werden in unserem Lehrplan den ersten Platz einnehmen.
Der Unterricht wird für jeden Beruf ein anderer sein und darf auf keinen Fall verallgemeinert werden. Diese Behandlungsweise der Frage ist von besonderer Wichtigkeit. Jeder Stand muss eine streng abgeschlossene Erziehung erhalten je nach seiner Aufgabe und seinem Arbeitsgebiet.
Starke Geister haben es immer verstanden und werden es immer verstehen, sich in einen höheren Stand emporzuschwingen, aber abgesehen von solchen vereinzelten Ausnahmen, wäre es töricht, Leute in höhere Klassen gelangen zu lassen, welche anderen die Plätze wegnehmen, die diesen nach Geburt und Beruf gehören.”
Realität:
Neun ist eine heilige Zahl für mich, darum breche ich nach dieser faschistischen These ab, sonst sprenge ich den Rahmen eines Artikels noch mehr als ohnehin schon (die Protokolle enthalten noch Hunderte davon).
Aber diese neunte Idee hat es in sich, denn sie wurde inzwischen weitgehend von der Realität schon überholt. Sie werden es ahnen, ich spreche von der Veränderung unserer Bildungslandschaft im Zuge des sog. Bologna-Prozesses.
Wie aus der Kritik im oben verlinkten Artikel aus Wikipedia erkennbar, haben wir in Deutschland eines der besten Bildungssysteme inzwischen zerstört. Den universal, also humanistisch gebildeten Menschen, werden wir bald nicht mehr kennen. Die Bildung wurde völlig den Interessen des Weltwirtschafts- und Finanzsystems unterworfen. Dies zeigt sich vor allem in der Ausdünnung der Geisteswissenschaften und der Verschulung des Hochschulstudiums. Alleine die Defizite in Geschichte erschrecken sehr. Heute wissen die meisten Abiturienten weniger über historische Vorgänge und vor allem die Lehren daraus, als zu meiner Zeit noch Realschülern vermittelt wurde.
Effektiv wirtschaftlich (aus)nutzbare Schul- und Hochschulabgänger wünschte sich die Wirtschaft, möglichst jung an Jahren. Sie sollen sich nicht mehr mit ethischen, historischen oder gar philosophischem “Ballast” befassen. Das Warum beantwortet die 9. faschistische Idee: Wer keine das Gewissen abfragenden Kenntnisse hat, wird auch weniger oft von Skrupeln geplagt, etwa wenn stromlinienförmig ausgebildete Betriebswirte von ihren Arbeitgeberbanken mit der Betreuung ethisch höchst bedenklicher Anlagefonds betraut werden, wie jene, die auf steigende Nahrungsmittelpreise spekulieren, oder den Handel mit Schuldscheinen, die, als Derivate verhüllt, wie Wertpapiere verscherbelt werden – bekanntlich die Hauptursache des gegenwärtigen Finanzdesasters.
Und übrigens auch heute so wahr wie noch nie ist die Tatsache, dass durch Fleiß und mit bestem Bildungsabschluss ausgestattete Menschen aus der Unterschicht kaum Chancen haben, wirklich in die Schaltzentralen der Macht aufzusteigen (von einzelnen Alibiausnahmen abgesehen). Selbst nur mittelmäßig begabter Nachwuchs aus der Oberschicht hat immer noch eine vielfach höhere Aufstiegschance. Man kennt sich, man hilft sich in der Upperclass und versteht es, das “niedere Volk” vom Aufstieg abzuhalten!
Zum Schluss:
Es ist jammerschade, dass die faschistischen Thesen der Protokolle, freilich unbedingt befreit von ihrer antisemitischen Zielrichtung, überhaupt keinen Eingang in die Menschenbildung finden, weil sie – wie erwähnt – für immer tabuisiert wurden. Sie sind ein Sammelsurium unglaublicher Niedertracht und Bosheit, erdacht in faschistisch geprägten Hirnen und für bösartige Menschen eine wahre Fundgrube für jene Methodik, die man benötigt, um Völker zu entrechten und zu prekarisieren. Und wir befinden uns auf direktem Wege dorthin.
Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Wir bewegen uns faktisch auf postdemokratische und erkennbar auch wieder kriegslüsterne Zeiten zu, wenn die Völker ihren Freiheitswillen, ihren Willen zu sozialer Gerechtigkeit, zu Anstand, Ethik und Schönheit in der Politik nicht endlich wieder konsequent und engagiert bekunden.
Gibt es also keine Hoffnung?
Doch! Eine erste setzte ein alter Mann, nämlich Stéphane Hessel mit seinen kleinen Büchlein “Empört Euch!” und “Engagiert Euch!”, welche ich jedem jungen, aber auch reiferen Menschen empfehlen möchte. Diese kleinen Büchlein wurden binnen weniger Monate in Frankreich, aber auch in anderen Ländern, auch hier in Deutschland, zu Bestsellern. Was der letzte lebende Vater und Unterzeichner der Charta für Menschenrechte der Jugend empfiehlt ist beeindruckend und rüttelt auf.
Eine weitere Chance sehe ich in den Lehren der Revolutionen in Nordafrika, praktisch über Nacht. Das wird auch für die Mächtigen der westlichen Welt nicht völlig ohne Eindruck geblieben sein.
Das (noch) freie Internet, ist eine weitere Chance, sich alternativ, jenseits der Mainstream, zu informieren und zu agieren. Aber auch hier träumen reaktionäre Politiker schon von einem “Notaus-Buzzer” in der Hand der Regierungen, wenn es ihnen zu brenzlig wird. Wir müssen wachsam sein!
Politisch sehe ich eine hoffnungsvolle Entwicklung am völlig berechtigten Niedergang der Freien Demokratischen Partei (FDP), der ich 30 Jahre angehörte und die ich verließ, als ich ihr Abtriften weg von der Bürgerrechtspartei, hin zur bloßen Klientelpartei mit deutlich wirtschaftsfaschistischen Zügen nicht mehr ertragen konnte.
Ermutigend der Erfolg der “Piratenpartei”, die sich anschickt, in das Bürgerrechtsvakuum, welches die FDP hinterlassen hat, zu stoßen.
Letztlich setze ich auch auf die SPD, die ihre neue Zielgruppe leider noch nicht recht gefunden hat. Sie ist ja nicht mehr die Partei der “kleinen Leute und Arbeiter”, da sind die LINKEN heute viel glaubhafter. Sie könnte aber zu einer neuen Volkspartei der Mitte heranreifen, wenn sie die Zeichen der Zeit erkennt. Dazu müsste sie aber ihren Blick nach Skandinavien wenden, um zu erkennen, wie gesunde Demokratien aussehen müssen.
In diesem Sinne, liebe Leser, lassen wir unsere Hände also nicht in den Schoß der Hoffnungslosigkeit sinken, wie sich Wirtschafts- und Finanzfaschisten dies wünschen, im Namen der Humanität, des Friedens und der Freiheit. Und selbst wenn ein bestehendes System kollabiert und nicht mehr zu retten ist, so war das doch immer zugleich auch der Beginn einer neuen Ära. Wir Deutschen kennen solche Wandel zur Genüge und können inzwischen damit besser umgehen als viele andere.
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